08/19/2020 - Tod der Zigeunersauce!

Ich sehe es genau anders herum

Eine WhatsApp-Statusmeldung einer Bekannten machte uns Appetit auf die Skulpturenshow von Angelika Summa (ein Name, der auf der Zunge zergeht) in Weikersheim. Dort war ich eh seit 1999 nicht mehr gewesen. An- und Abfahrt verliefen ereignislos, ein Parkplatz war schnell gefunden. Wenn man die quer über die Stadt verteilten Kunststücke mit der Umgebung in Kontext setzt und fotografisch ins rechte Licht rückt, wirken diese tatsächlich - auf dem Display. Ansonsten machen sie "in echt" einen merkwürdig leblosen Eindruck. Allein aus diesem Grund hätte sich der Besuch nicht gelohnt. Aber der Schlossgarten - o lálá. Barocker geht's nimmer. Darüberhinaus gab es jede Menge Obstbäume, sogar die Zitronensorte Buddhas Hand. Das Schloss selbst ist natürlich auch außergewöhnlich, aber innen herrscht übelstes Fotografierverbot. Ebenfalls sehenswert ist die Georgskirche mit dem Prinzle.Zu meiner großen Überraschung wurde auf dem örtlichen Sportplatz (kein Ausbau, ca. 1.200 Kapazität) gekickt, obwohl es "nur" Frauenfussball war, nahm ich eine Hälfte mit. Die obligatorische Anwesenheitsliste lag aus, Catering gab's nicht. Eigentlich war Fußball in Löffelstelzen angesagt, aber das schenkten wir uns gezwungenermaßen, weil wir ohne Navi den Ground einfach nicht fanden.

Jetzt muss ich einfach einmal der Firma Knorr aus dem Unilever-Konzern ein sattes Lob aussprechen. Wie bereits aus sämtlichen medien bekannt wird man die Zigeunersauce aus deren Produktportfolio umbennen in Paprikasauce ungarischer Art umbennen. Recht so! Während die Umbennenungsorgien bei Mohrenstraßen und -apotheken eher kranke Ausgeburten des Tanzes um den Goldenen Nigger waren, handelt es sich hier um eine nachvollziehbare Maßnahme mit realem betriebswirtschaftlichen Hintergrund. Ich schließe ausnahmsweise einmal von mir auf den Rest der ehrbaren deutschen Bevölkerung, indem ich zugebe, dass ich diese künstlichen Saucen liebe. Nach A1-, HP- und der Barbeuce-Sauce von McDonalds kommt sie bei mir auf den vierten Platz. Pommes mit Zigeunersauce - lecker! Und das trotz des Namens! Im Einklang mit Herrn Romani Rose ist der Begriff Zigeuner seit Jahrhunderten wie der Begriff Jude bei weiten Teilen der jeweiligen Eliten (ich berichtete) und Unterschichten durch und durch extrem negativ besetzt - nicht nur in Fußballstadien. Natürlich vertritt Herr Rose nur die Zigeuner der Sippen Roma und Sinti, aber sicher bezieht sich diese Aussage auch auf die Sippen AfD, Identitäre, Pegida etc. - das internalionale Jurigeunertum nicht zu vergessen. Also: um wieviel besser wird die Sauce unter neuer Bezeichnung schmecken! Wir sahen solche Szenen doch regelmäßig in Supermarkt: angezogen vom angenehmen Glasdesign und dem geschmackvollvor sich hinleuchtenden Inhalt marschierten nichtsahnende Kunden auf das Saucenregal zu - und göbelten plötzlich das ganze Geschäft voll, als sie die Bezeichnung "Zigeuner" sahen. Dass Unilever gleichzeitig das Volk der Ungarn, mit dem ich bislang nur allerbeste Erfahrungen gemacht habe, mit Zigeunern gleichsetzt, ist als genialer Seitenhieb gegen Orbán zu verstehen. Persönlich schmecken mir die Produkte der Hersteller Hamker (das ist jetzt lustig: genau wie Trump 2007 seine Bewunderung für Putin in einem persönlichen Brief dokumentierte, tat ich das im gleichen Jahr bezüglich der Hamker-Zigeunersauce, und die hatten sich sogar im Gegensatz zu Putin bedankt) und Homann noch besser, insofern ist es nur eine Frage der Zeit, bis die nachziehen. Dann würde meine Saucenhitliste endlich ein Produkt deutscher Provenienz anführen! Derartige Aktionen bilden den Grundstock für weiteres betriebswirtschaftliches Vorgehen: Änderung der Rezeptur mit neuer Preisgestaltung. Also Ersatz von Inhaltsstoffen aus der altmodischen Natur durch synthetische Rattenpisse, E603, E10-Plörre etc. mit gleichzeitiger Preisangleichung an Cartier-Produkte. Kapitalismus pur ohne Emotionen! Göttlich! Aber auch hier muss man aufpassen, dass nicht eine Lawine ins Rollen gebracht wird. Aufgrund ihrer Hegepolitik haben Förster in weiten Kreisen einen extrem schlechten Ruf; wann wird das Hähnchen Försterin Art Objekt ähnlicher Aktionen? Denn - um den Kreis zu schließen - wie beim Tanz um den Goldenen Nigger zu sehen, artet das manchmal aus. Denn wie man aus der Gerüchteküche hört, soll es Hellhäutigen bald verboten werden, einen Neger abzuseilen. Das wird dann der endgültige selbstverschuldete Tod unserer Rasse sein, denn länger als zehn Tage überlebt man das nicht. - Selbst wenn Unilever/Knorr ihre Aktion vollkommen anders bewertet wissen wollten (was ich mir nicht vorstellen kann), bin ich trotzdem für sie dankbar, denn so konnte ich auf den fahrenden Zug springen und den Begriff Zigeuner nach Herzenslust verwenden, ohne angefeindet oder von der Gutmenschenmafia gemaßregelt zu werden

In den Aussagen von Herrn Romani Rose, dass die Zigeuner einen denkbar schlechten Ruf haben, mag ich einen gewissen Hang zur Selbstkritik zu erkennen - vielleicht sogar mit positiven Folgen für die ziviliserte Bevölkerung. Bis dahin ist es aber noch ein weiter Weg. Ich berichtete vor einiger Zeit, dass ich in Hamburg um ein Haar von einem Mann, der sich als Südeuropäer ausgab, durch einen Wechseltrick ausgeplündert worden wäre. Und wie ich ebenfalls in meinen Italien-Berichten berichtete, bin ich durchaus lernfähig, was mir bekannte Taschenspielertricks angeht. Nun fotografierte ich unmittelbar, nachdem ich den vorigen Absatz geschrieben hatte, für meine Rubrik "Kunst im Öffentlichen Raum" die Skulpturen von Brandenburger vor dem aufgelassenen Hauptpostamt, auf dem noch die ATM-Symbole prangen, als mich ein Angehöriger besagter Volksgruppe vom Parkplatz aus - diesmal mit österreichischem Akzent - ansprach, ob ich ihm einen Euro in zwei Fünfziger wechseln könne. Ich erwiderte "Mal sehen" - und schwupps war er neben mir und winkte mit einer Euro-Münze. Die Enttäuschung wurde ihm ins Gesicht gemeißelt, als er mich mit der Kamera hantieren sah - es kam nur ein gequältes "Ach so." Natürlich hatte er erwartete, dass ich mit abgehobenem Geld und meiner Geldbörse herum hantiere. Ich öffnete meine Geldbörse so, dass er weder reingucken noch -fingern konnte und holte zwei Fünfziger hervor. Wie eine Schlange kurvte er um mich rum und warf den Euro in Basketballer-Manier ins Portemonnaie. Aber ich drehte mich mit. In seiner Verzweiflung fragte er, ob ich einen Fünfziger noch kleiner machen könnte, machte meine Drehbewegung 1:1 mit und warf mir einen Fünfziger ins Portemonnaie. Das sind Skills! Ich kramte einen Zehner raus und neigte die Geldbörse etwas - somit konnte er sehen, dass ich keine Scheine hatte. Total frustriert drehte er sich um und verzichtete sogar auf die letzten 40 Cent. Wenn das jemand gefilmt hat, her mit dem Video! Aber dennoch, Herr Rose: solche Szenen wollen wir nicht mehr sehen! Wenn Sie sich dafür einsetzen, kann es sogar wieder zu einer Rückbenennung kommen! - Im nachhinein stelle ich fest, dass auch ich einen Fehler gemacht hatte. Unter Beachtung der Prämisse, den mutmaßlichen Zigeuner keinen Zugang zu meinem Portemonnaie zu gewähren, achtete ich nicht auf meine Kamera. Er aber buddhaseidank auch nicht.

Und noch mehr loben als Unilever/Knorr muss ich den Söder. Vollkommen unabhängig davon, ob die Corona-Pandemie überhaupt real ist, hatte er mit seinen Maßnahmen bewiesen, wie man eine Krise managt. Weite Teile der Bevölkerung hielten ihn bereits für einen Übermenschen von Nietzsche-Dimensionen - ohne zu wissen, was das eigentlich bedeutet (bei der Gelegenheit: wer einen Übermenschen akzeptiert, bejaht damit auch die Existenz von Untermenschen). Jedenfalls kann so etwas böse enden. Also hat er - schwupps - einen medienwirksamen Test-Zwischenfall inszeniert, um wieder zum Menschen zu werden. Gleichzeitig ist mir schlagartig auch die Existenzberechtigung der Schwachmaten in seiner Umgebung klar geworden (nein, hiermit meine ich ausdrücklich nicht Scheuer, der wird seine Sternstunden alsbald als Gauleiter-Ausbilder erleben). Solche Typen wie Herrmann, The Höfer oder Huml taugen prima als Blitzableiter. Was im Umkehrschluss bedeutet: es warten noch Ereignisse von fast biblischen Ausmaßen auf uns.

Über die vielen Versuche, mit der Gema in einen konstruktiven Dialog zu treten, hatte ich mehrfach berichtet. Und siehe da: nach meinen netten Schreiben aus dem Juli klingelte es plötzlich bei uns. Es meldete sich eine Dame von der Gema, die vorher offensichtlich tonnenweise Kreide gefressen hatte. Netter geht's nimmer! Sie entschuldigte sich für Versehen, die offensichtlich bei der hausinternen Postverteilung passiert seien. Nachdem sie vorschlug, den Vertrag erst ab Wiedereröffnung beginnen zu lassen, konnten ja schlicht nicht ablehnen. Tatsächlich erhielten wir kurze Zeit später einen angepassten Vertrag mit Beginn 1.5. Dass das ein paar Tage vor Wiedereröffnung sind - geschenkt. Aber es ist mehr als nur extrem erstaunlich, mit welchen Mitteln die Gema versucht, Lösungen mit Grundsatzcharakter zu verhindern, um durch aktives Gestalten von Rechtsunsicherheit weiterhin Nutzern Gema-freier Musik Geld aus dem Säckel zu ziehen. Naja, was soll man von einem Verein, der bis vor geraumer Zeitvon einem Schwachmaten aus dem Söder-Umfeld (s.o.) mit Neandertalerfresse und Neandertalerhirn mit Neandertalermethoden geführt wurde und jetzt sogar vor einem Jurigeuner allerübelsten Leumunds geleitet wird.

Noch ein kurzes Tonträger-Update: die neue Scheibe von Deep Purple namens "Whoosh!" kann ich absolut empfehlen. Ein reifes Alterswerk. Dass man in diesem Alter noch so fetzen kann! Ich bin noch gar nicht dazu gekommen, mir die Bonus-DVD reinzuziehen. Ärgerlich ist die letzte IQ-DoCD "A show of resistance" aus der Archive-Serie. Hier sollte das Aschaffenburger Konzert der letzten Tour zu hören sein (ich hatte sie ja in Oberhausen erlebt. Und was muss ich feststellen: obwohl genug Platz ist, hat man die letzte Zugabe "The Wake" unterschlagen! Was soll die Scheiße? Noch schlimmer trieb man es auf der allerersten Archive-Veröffentlichung: es fehlten gleich drei Stücke aus dem Zugabenblock. Bei "Crazy Horses" mag es lizenzrechtliche (jaja, die Jurigeuner) Gründe gegeben haben, aber die beiden anderen Encores waren Eigenproduktionen. Es ist mir unbegreiflich, warum man die treue Fangemeinde so hinters Licht führt. Die CDs als solches sind ok, wobei ich mir einblide, dass sie in der großen Turbinenhalle mehr Druck entwickelten als im relativ winzigen Colossaal.